Gründungsgeschichte des Tarock-Österreich-Finale

eine naheliegende Idee - schwer zu realisieren

Österreichische Meisterschaft
Österreichische Meisterschaft

 

Die Gründungsgeschichte zum Tarock-Österreich-Finale ist nicht so einfach zu schreiben. Die Anfänge des Turniertarock liegen zweifelsohne in Oberösterreich. Der Raiffeisen Tarockcup mit Zentrum Helfenberg, gegründet 1995, ist das Vorbild aller Tarockcups und war von Beginn an ein Magnet für die zahlreichen Tarockspieler im Mühlviertel. Der Hausruckviertler Tarockcup mit Gründung in Straß im Attergau (1997) und dem späteren Zentrum Frankenmarkt (ab 1999) ist das nicht weniger erfolgreiche Gegenstück im Südwesten von OÖ.

 

Als dann ab dem Jahr 2000 die Wiener Tarockbuch-Autoren Wolfgang Mayr und Robert Sedlaczek erste Kontakte zur überaus aktiven Tarockszene in OÖ knüpften und auch in Wien einen Tarockcup auf die Beine stellten, kam es zwangsläufig zu einer Vernetzung der österreichischen Turnierserien. Die Idee einer „Österreichischen Meisterschaft“ ließ nicht lange auf sich warten, wurde von mehreren Tarockenthusiasten angedacht und sogar vorsichtig ausgesprochen.

 

Am 17. September 2006 organisierte der Hausruckcupinitiator Johann Fischer ein Attergauer Großtarockturnier, bei dem der "1. Österreichische Tarockkönig" gekrönt wurde. Es war eine tolle Veranstaltung mit 164 Teilnehmern. Den Titel Tarockkönig erkämpfte Manfred Doppler aus Ampflwang (OÖ), ein Tarockkönner, der weithin bekannt ist. Da aber der überwiegende Teil der Spieler aus Oberösterreich kam und keine Qualifikation notwendig war, kann man dies noch nicht als Österreichische Meisterschaft bezeichnen.

 

In Gesprächen mit Peter Haudum und Egelbert Greisinger entwickelte Robert Sedlaczek die Idee einer weiteren Vernetzung der Turnierszene. Es wurden verschiedene Varianten diskutiert, wie ein österreichischer Tarockmeister gekürt werden könnte.

 

Parallel dazu propagierten die Wiener Cupspieler Robert Ohorn und Martin Vácha die Initiative „Österreichische-Tarock-Aktiv-Vereinigung“ (ÖTAV). Sie luden zu einer Gründungsversammlung am 10. Februar 2007 nach Amstetten ein. Ohorn und Vácha wollten eine Internet-Plattform aufbauen, eine österreichische Tarockrangliste erstellen und am Jahresende ein „Masters der erfolgreichsten und fleißigsten Spieler Österreichs“ veranstalten. Ohorn und Vácha bekamen jedoch keine Mehrheit für die geplante Vereinsgründung, da der überwiegende Teil der Anwesenden die Meinung vertrat, dass die Tarock-Österreich-Organisation von den  drei bestehenden Cups getragen werden müsse.

 

Am Ende wurde Robert Sedlaczek beauftragt, mit den oberösterreichischen Cups in Verhandlungen zu treten. Sein Konzept war ein wenig anders: Die zwei oberösterreichischen Cups und der Wiener Cup sollten gemeinsam die Verantwortung für ein Österreich-Finale übernehmen. Schon im Dezember 2007 betonte er gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Profil“: „Unser nächstes Ziel ist ein gemeinsames Finale aller Cups. Schließlich will jeder von uns wissen, wer Tarockmeister ist.“

 

Daraufhin gab es zahlreiche Telefongespräche und umfangreichen Mailverkehr. Franz Kienast und Karl Haas jun. haben einen einfachen und gerechten Modus für die Qualifikation und die Gesamtwertung gefunden. Somit war die größte Hürde überwunden.

 

Als eigentliche Gründungsversammlung der „Tarock-Österreich-Bewegung“ gilt somit das Treffen am 22. Februar 2008 in Bad Leonfelden. Hier wurden neben dem Modus zur Qualifikation und Punktevergabe, den Regeln, dem Austragungsort Casino Linz auch bereits die organisatorischen Details festgelegt.

 

Und am 20. April 2008 war es dann soweit. Ö-Finale-Initiator Robert Sedlaczek und Casino-Direktor Josef Kneifl konnten 184 Spielerinnen und Spieler zum ersten Österreich-Finale im Casino Linz begrüßen. Die Veranstaltung war ein Riesenerfolg, auch Teilnehmer aus Tirol kamen nach Linz und Markus Mair gründete daraufhin sogar den Tiroler Tarockcup, der bei der 2. Auflage 2009 schon fixer Bestandteil war.  Die Weichen waren richtig gestellt worden und mit der Aufnahme des Steirischen Tarockcups (2014) und des Sauwald Tarockcups (2017) ist diese Tarock-Österreich-Bewegung ein großartiges Erfolgsmodell geworden.